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19.06.2026 – Regionalverband Mitteldeutschland

Politische Arbeit im Verband – unabhängig, praxisnah und sachorientiert

Zunächst möchten wir uns herzlich für die zahlreichen Zuschriften, Rückmeldungen und persönlichen Stimmungsbilder zur aktuellen Situation bedanken. Die Resonanz hat uns sehr gefreut und zeigt, wie intensiv sich viele Kolleginnen und Kollegen mit den aktuellen Entwicklungen in unserem Berufsstand auseinandersetzen.

Die eingegangenen Rückmeldungen waren dabei äußerst vielfältig. Sie reichten von fachlichen und inhaltlichen Schwerpunktthemen über Fragen zur berufspolitischen Ausrichtung bis hin zu strategischen Überlegungen und kritischen Nachfragen zu unserer Verbandsarbeit. Diese Vielfalt an Perspektiven ist für uns wertvoll, denn sie hilft uns dabei, die unterschiedlichen Interessen, Erwartungen und Herausforderungen innerhalb der Physiotherapie besser zu verstehen und in unsere Arbeit einfließen zu lassen.

Die hohe Beteiligung an unserer Umfrage hat uns positiv überrascht. Sie zeigt deutlich, wie groß das Interesse an den aktuellen Geschehnissen und den zukünftigen Entwicklungen unseres Berufsstandes ist. Das große Engagement unserer Mitglieder und Kolleginnen und Kollegen bestärkt uns darin, den offenen Austausch fortzuführen und transparent über unsere Arbeit zu informieren.

Die politische Arbeit unseres Verbandes verfolgt ein klares Ziel: die Interessen der Physiotherapie wirksam zu vertreten und die fachliche Expertise unseres Berufsstandes in politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Für die Regionen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen übernehmen diese Aufgabe unsere Vorstände auf Landesebene.

Dabei ist besonders wichtig zu verstehen, dass die Vorstände eines Berufsverbandes hauptberuflich – in unserem Fall – Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind. Sie arbeiten am Patienten, führen Praxen, beschäftigen Mitarbeitende oder sind selbst angestellt tätig. Dadurch erleben sie dieselben Herausforderungen, Sorgen, Unsicherheiten und Chancen wie alle Kolleginnen und Kollegen unseres Berufsstandes – aus erster Hand und jeden Tag. Die Tätigkeit im Vorstand erfolgt zusätzlich zu ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit und wird mit großem persönlichem Engagement ausgeübt. Sie übernehmen diese Verantwortung, weil ihnen die Zukunft der Physiotherapie am Herzen liegt und weil sie unseren Berufsstand sowohl politisch als auch gesellschaftlich stärken und sichtbar machen möchten.

Dabei handelt der Verband strikt parteipolitisch unabhängig. Wir gehören keiner Partei an, nehmen keine parteipolitische Rolle ein und vertreten weder Wahlprogramme noch politische Positionen einzelner Parteien. Unser Auftrag ist es nicht, Politik für eine Partei zu machen, sondern die Interessen der Physiotherapie gegenüber allen politischen Akteuren zu vertreten.

Unsere Aufgabe besteht darin, mit den jeweils zuständigen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern ins Gespräch zu kommen – unabhängig davon, welcher Partei sie angehören. Nur durch einen konstruktiven und kontinuierlichen Austausch mit den richtigen Ansprechpartnern können wir die Rahmenbedingungen für unseren Berufsstand nachhaltig verbessern und unsere fachlichen Anliegen wirksam einbringen.

Auf Bundesebene ist für die Physiotherapie insbesondere der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages von großer Bedeutung. Die dort vertretenen Abgeordneten beschäftigen sich intensiv mit gesundheitspolitischen Themen und bereiten viele Entscheidungen vor, die später den gesamten Gesundheitsbereich betreffen. Für unseren Regionalverband sind daher insbesondere diejenigen Bundestagsabgeordneten wichtige Ansprechpartner, die Mitglied im Gesundheitsausschuss sind und ihren Wahlkreis in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen haben.

Gleichzeitig endet unsere politische Arbeit nicht beim Austausch mit den Akteuren des Gesundheitsausschusses. Vorschläge und Gesetzesvorhaben, die dort erarbeitet werden, werden anschließend im Deutschen Bundestag diskutiert und beschlossen. Deshalb ist für uns auch der Austausch mit Abgeordneten wichtig, die zwar nicht Mitglied des Gesundheitsausschusses sind, aber die Interessen unserer Region im Bundestag vertreten. Nur wenn wir unsere Anliegen breit platzieren, können wir Verständnis für die Situation der Physiotherapie schaffen und Unterstützung für notwendige Veränderungen gewinnen.

Dieses Vorgehen wird bundesweit von allen Regionalverbänden in ihren jeweiligen Regionen umgesetzt. Jeder Regionalverband pflegt den Kontakt zu den Abgeordneten seines Einzugsgebietes und bringt die Perspektive der Physiotherapie in politische Diskussionen ein. Gemeinsam entsteht daraus eine starke und bundesweite Interessenvertretung unseres Berufsstandes.

Die Interessenvertretung des Verbandes erfolgt dabei auf Grundlage von Fakten, praktischen Erfahrungen und den Bedürfnissen unserer Mitglieder. Auf parteipolitischer Ebene finden keine Verhandlungen statt. Verhandlungen werden ausschließlich mit den zuständigen Institutionen und Vertragspartnern geführt, beispielsweise im Rahmen von Verträgen und Vereinbarungen mit den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) oder anderen relevanten Akteuren des Gesundheitswesens.

Je mehr Mitglieder und Stimmen die Berufsverbände der Physiotherapie insgesamt vertreten, desto größer ist die Aussagekraft ihrer Positionen und desto stärker wird ihre fachliche Beratung in politischen Entscheidungsprozessen wahrgenommen. Unsere Legitimation entsteht aus der Breite der Mitgliedschaft und aus der Qualität der Erfahrungen, die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten täglich in die Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten einbringen. In politischen Gesprächen und bei der Interessenvertretung spielen dabei auch belastbare Zahlen eine wichtige Rolle. Eine hohe Verbandsmitgliedschaft stärkt die Wahrnehmung und das Gewicht unseres Berufsstandes. Dabei zählt die Gemeinschaft aller Berufsverbände: Je mehr Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten organisiert sind, desto stärker ist die Stimme der Physiotherapie insgesamt.