Krisenfeste Versorgung braucht starke Gesundheitsfachberufe

Auf Einladung der Bundesärztekammer kamen Vertreter*innen zahlreicher Gesundheitsfachberufe und Organisationen in Berlin zur 38. Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen zusammen. Unter dem Titel „Gemeinsam krisenfest: Gesundheitsfachberufe stärken – Resilienz der Gesellschaft sichern“ diskutierten die Teilnehmenden über die Frage, wie die Gesundheitsversorgung auch unter außergewöhnlichen Belastungen verlässlich gewährleistet werden kann.
„Die Konferenz bot die Möglichkeit, sich mit Vertreter*innen unterschiedlicher Gesundheitsberufe auszutauschen und gemeinsame Perspektiven für eine widerstandsfähige Gesundheitsversorgung zu entwickeln.“, so Minettchen Herchenröder.
Gesundheitsfachberufe als tragende Säule der Versorgung
Ein zentrales Ergebnis der Konferenz: Gesundheitsfachberufe sind unverzichtbar für die Stabilität und Krisenfestigkeit des Gesundheitssystems. In den Beiträgen wurde deutlich, dass eine resiliente Gesellschaft nur mit einem leistungsfähigen Gesundheitswesen möglich ist – und dieses wiederum auf die Kompetenz und das Engagement der Gesundheitsfachberufe angewiesen ist.
Im Fokus standen insbesondere die ambulante Versorgung sowie die Frage, wie Versorgungsketten auch in Krisensituationen aufrechterhalten werden können. Dabei wurde betont, dass eine erfolgreiche Krisenbewältigung nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteur*innen im Gesundheitswesen gelingen kann.
Vorbereitung statt Reaktion
In ihrem Gastvortrag machte Dr. Kristina Böhm, Leiterin des Amts für Gesundheit und Prävention der Landeshauptstadt Dresden, deutlich, wie wichtig eine strukturierte Vorbereitung auf Krisenszenarien ist. Regelmäßige berufsübergreifende Übungen seien entscheidend, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Dabei gehe es nicht nur um Pandemien, sondern auch um andere Szenarien wie Naturkatastrophen oder den Massenanfall von Verletzten.
Auch Dr. Martin-Christoph Henes vom Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr unterstrich die Bedeutung einer gemeinsamen Vorbereitung. Gesundheitsversorgung in Krisenlagen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die klare Zuständigkeiten, funktionierende Netzwerke und geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen erfordere.
Zusammenarbeit stärken
Im Verlauf der Konferenz wurden insbesondere Herausforderungen an den Schnittstellen zwischen ambulanter Versorgung, Krankenhäusern, Rettungsdiensten und dem öffentlichen Gesundheitsdienst thematisiert. Fehlende Abstimmung und unklare Verantwortlichkeiten können die Versorgung im Krisenfall erheblich erschweren.
Die Teilnehmenden sprachen sich daher für verbindliche, interprofessionelle Krisenübungen aus, um Abläufe zu trainieren und die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen zu stärken.
Für Physio Deutschland zeigt die Konferenz erneut, wie wichtig die Einbindung der Gesundheitsfachberufe in gesundheitspolitische Planungen ist. Physiotherapeut*innen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung – im Alltag ebenso wie in Krisensituationen. Umso wichtiger ist es, ihre Expertise bei der Entwicklung resilienter Versorgungsstrukturen konsequent zu berücksichtigen.